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Hypersexualität ist eine offiziell anerkannte Krankheit durch die WHO

Sexsucht ist von dem dauerhaften Wunsch nach sexuellen Höhepunkten und der Suche nach sexuellen Ausnahmeerlebnissen geprägt, die subjektiv Wohnbefinden und Euphorie auslösen und den Betroffenen in einen rauschähnlichen Zustand versetzen. Der unkontrollierbare Wunsch nach sexueller Aktivität und Orgasmen dominiert demnach die Lebenswirklichkeit einer Person die sexsüchtig ist, sodass die individuelle Sexualität nachhaltig zum Lebensmittelpunkt der Betroffenen avanciert.

Der unkontrollierbare Drang nach sexueller Befriedigung ist grundsätzlich auf eine Fehlsteuerung des körpereigenen Belohnungssystems zurückzuführen, das im menschlichen Gehirn angesiedelt ist. Sexsüchtige haben demzufolge Schwierigkeiten ihre sexuellen Triebe angemessen kontrollieren zu können, weshalb sie zwanghaft nach sexueller Befriedigung streben. Verhaltenspsychologen klassifizieren Sexsucht als Zustand der Hypersexualität. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ordnet Sexsucht als offizielle Krankheit ein. In der Regel entwickelt sich hypersexuelles Verhalten im Rahmen eines schleichenden Prozesses. Psychische Prozesse, die sich während der sexuellen Aktivität im Gehirn abspielen sind für dieses Phänomen verantwortlich.

Biologische Toleranz fördert hypersexuelles Verhalten

Demzufolge triggern Erlebnisse, die sich auf Erfahrung und Wiederholung stützen, einen physiologischen Prozess der Routine bzw. Gewöhnung. Dieser Vorgang ist an eine biologische Toleranz gekoppelt. Sexsüchtige verlangen deshalb nach fortwährend neuen und subjektiv aufregenderen sexuellen Reizen, um ihr sexuelles Verlangen ausreichend befriedigen zu können. Dieser Zustand mündet im Normalfall in einen nachhaltigen Kontrollverlust, der es Betroffenen unmöglich macht ihre individuelle sexuelle Lust anlassgerecht zu kanalisieren. Personen, die sich trotz einem mutmaßlich erfüllten Sexualleben nicht ausreichend befriedigt fühlen und ihre sexuelle Lust nicht mehr bewusst kontrollieren können, gelten als sexsüchtig. Hypersexuelles Verhalten schädigt nachhaltig die Partnerschaft und lässt sich umso schwerer behandeln, desto länger sich die Hypersexualität im Einzelfall tatsächlich verfestigt hat.

Indikatoren für hypersexuelles Verhalten sind das Ausbleiben sexueller Befriedigung trotz erfülltem Sexualleben, der überdurchschnittlich ausgeprägte Drang fortwährend im Alltagskontext masturbieren zu müssen, der permanente Wechsel der Sexualpartner und ein ausufernder Konsum von Pornos. Hypersexualität fördert Seitensprünge und überfordert in der Regel den Partner, der die permanente sexuelle Lust des Partners nicht ausreichend stillen kann.

Sexsüchtige reagieren auf die biologische Toleranz mit einem gesteigerten Drang nach sexueller Befriedigung. Auf diese Weise kompensieren die Betroffenen den vermeintlichen Wirkungsverlust der sexuellen Aktivität, die hypersexuellen Personen in der Praxis keine Befriedigung verschafft, sofern sie sich an sexuelle Reize inflationär gewöhnt sind. Betroffene verspüren ein unwiderstehliches Verlangen nach sexueller Befriedigung. Gleichzeitig zeigen sie eine objektiv verminderte Fähigkeit Kontrolle über Zeitpunkt, Dauer und Menge ihrer sexuellen Aktivität walten zu lassen. Die Toleranzentwicklung der hypersexuellen Personen mündet demnach in eine dauerhafte Dosissteigerung. Parallel dazu erfolgt ein anhaltender Interessenverlust an anderen Dingen, sodass das Verlangen nach dem sexuellen Kick die Oberhand über die individuellen Gedanken der Betroffenen und ihr Handeln gewinnt. Hypersexualität gilt als eine Verhaltensauffälligkeit, die mit einer nachhaltigen Störung der individuellen Impulskontrolle einhergeht. In Relation zu anderen Suchterkrankungen ist hypersexuelles Verhalten an keine körperlichen Abhängigkeitssymptome gebunden.

Hypersexualität lässt sich gut behandeln

Prinzipiell ist Hypersexualität verhältnismäßig unkompliziert zu behandeln. Wer das Gefühl hat, die Kontrolle über sein sexuelles Verlangen unlängst verloren zu haben, sollte das eigene Verhalten deshalb selbstkritisch und objektiv hinterfragen und sich wahlweise einer Vertrauensperson oder einem Sexualtherapeuten anvertrauen. Um das hypersexuelle Verhalten zielgerichtet auszuhebeln, ist zudem das Durchbrechen eingefahrener Verhaltensmuster notwendig, die die Verhaltensauffälligkeit begünstigen. Eine Verhaltenstherapie ist zu diesem Zweck ideal geeignet.